PUPPEN
THEATER
Ich bin der Puppenspieler,
das Leben meine Bühne,
die Sühne ist mein Stück,
ich beglück´ die Welt mit Phantasien und Träumereien, ich befrei´, ich bin der Schrei hinter der Fassade,
ich spiele die Ballade, des Königs Marionettenwerk,
ich vermerk´ und verweise, ganz leise
wie von Geisterhand, halt ich die Fäden in der Hand, gewandt und voller Leidenschaft,
bin ich der Meister meiner Kunst,
die Gunst, die Welt der Illusion
und schon geht der Vorhang auf,
nimmt das Schicksal seinen Lauf,
mein Wille, meine Hände, bis zum Welten-Ende.

Let her have a Dollchild
Odem

Schaufensterpuppen stehen im öffentlichen Raum wie stumme Zeugen unserer Zeit. Sie zeigen nicht, wer wir sind, sondern wer wir glauben zu sein. Schaufensterpuppen verkaufen nicht nur Mode. Sie verkaufen Bilder von Glück, Erfolg und Zugehörigkeit. Sie bewegen sich nicht, sie sprechen nicht, sie widersprechen nicht. Ihre Körper sind idealisiert, normiert und ihrer Ge- schichte beraubt. In ihrer perfekten Oberfläche liegt die Verführung, in ihrem Inneren die Leere. Genau diese Leere wird im Puppentheater sichtbar gemacht – nicht als Anklage, sondern als Spiegel.
Als menschengemachte Abbilder verkörpern sie eine paradoxe Nähe. Sie sind uns ähnlich ge nug, um Identifikation zu erzeugen, und zugleich leer genug, um jede Projektion aufzunehmen. Genau in diesem Spannungsfeld entfaltet sich ihre Wirkung. Die Schaufensterpuppe ist kein neutrales Objekt. Sie ist Trägerin von Erwartungen, Idealen und stillen Befehlen. Die Puppe steht dabei nicht für das andere sondern für uns selbst. Für den Menschen, der gelernt hat zu funktio nieren. Der sich anpasst, um dazuzugehören, der Masken trägt, um nicht aufzufallen, der tanzt, weil alle tanzen. Die Tanzschritte sind automatisierte uniforme Abfolgen und in der Gruppendy namik des Gesellschaftstanzes wird das Spiel zur Realität.

Balancing Act



Sensual Seduction

Are you the King of the Puppets


Der Puppenkönig,
seine Welt und dessen Thron,
nur eine Illusion.
Des Puppentheaters Bühnen,
die großen und die kleinen,
dienen alle nur dem scheinen.

Blue Curtain Castle


Das Bild Atlantis ist angelehnt an die Alexander Mc Queen Show Plato’s Atlantis und gilt als eine der revolutionärsten Modeschauen aller Zeiten. Das zentrale Thema der Show ist die Evolution des Menschen in einer Zukunft, die vom Klimawandel geprägt ist. McQueen entwirft die Vision, dass die Polkappen geschmolzen sind und die Erde fast vollständig vom Wasser bedeckt ist. Der Mensch ist gezwungen, ins Meer zurückzukehren – dorthin, wo das Leben ursprünglich entstanden ist. Dadurch entwickelt er sich zu einer neuen, hybriden Spezies zwischen Menschen und Meereswesen. Der Titel bezieht sich auf den Philosophen Plato und seinen Mythos von Atlantis – einer hochentwickelten Zivilisation, die im Meer unterging. McQueen dreht diese Idee um: Nicht eine Insel versinkt im Meer, sondern unsere gesamte moderne Welt.

Atlantis


